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Welche Arbeitsplätze sind vom Digitalen Wandel bedroht?

Oder ist das gar nicht so?

Wir müssen konsequenter Weise sagen, dass wir schon Industrie 3.0 nicht richtig umgesetzt haben. In vielen Unternehmen wird noch richtig manuell oder nur halbautomatisch gearbeitet. Roboter oder gar Künstliche Intelligenz werden noch nicht eingesetzt. Stell Dir vor, die Busse von MAN werden manuell von Menschenhand in der Türkei zusammengebaut. Es gibt in Werkshallen Maschinen, die haben Typenschilder und Logos von Unternehmen die es schon längst nicht mehr gibt. Wir reparieren 60 Jahre alte Maschinen. Müssen wir uns wirklich Sorgen um unsere Arbeitsplätze machen? Das werde ich in meinen Kursen zu Industrie 4.0 oft von den Azubis gefragt. Die Lösung sehen sie in einer Maschinensteuer und im bedingungslosen Grundeinkommen. Es sind philosophische Fragen mit denen sich die Facharbeiter beschäftigen. Die Angst geht um. Ich sage Quatsch!

 

Grund 1: Wir haben eine umgekehrte Alterspyramide. In vielen Unternehmen, die länger als 10 Jahre und mehr am Markt sind, haben wir oft eine Belegschaft mit einem Altersdurchschnitt von 45+, Tendenz steigend. Es ist genug für alle da!

Grund 2: Diese Alterspyramide bedeutet, dass mit der Fluktuation in die Rente nicht alle Stellen nachbesetzt werden, weil einfach Leute fehlen. Also muss sich der Unternehmer heute die Gedanken über „in 10 Jahren“ machen. Entweder Stellen fallen weg, wie beispielsweise VW angekündigt hat oder sie werden durch Automatisierung kompensiert und es werden durch veränderte Produktionsmethoden wie 3D-Druck auch einige Arbeitsplätze wegfallen. Aber auch einig Neue dazu kommen.

Grund 3: Immer mehr junge Menschen gehen zum Studium. Die Absolventen, die dann als Produktionsleiter in die Unternehmen kommen, haben in der Regel noch nie in der Produktion gearbeitet. Menschen mit Praxis-Prozesswissen sind rar. Genau hier hat die neue Welt Potential für die Facharbeiter bzw. Meister. Nur DU als Facharbeiter oder Meister kennst Dich mit Abläufen und Maschinen mit all ihren Macken und Hintertüren aus. Verschafft Euch Gehör, aber kennt die Spielregeln.

Grund 4: Künstliche Intelligenz oder der humanoide Roboter ist immer nur so schlau, wie die Daten, die ihm zur Verfügung gestellt werden. Das heißt, KI und Robi müssen trainiert werden. Ein relativ neues Berufsbild entsteht gerade. Ebenso wie der 3D-Produktionstechnologe.

Grund 5: Wer regelmäßig lernt, neben der Muttersprache auch noch Englisch spricht, vernetzt denken und handeln kann, offen für neue Technologien ist, dem steht eine spannende Zukunft offen.

Realitätscheck: Sorgen mache ich mir, um die niedrig qualifizierten Menschen, denn diese simplen Tätigkeiten kann der Roboter schnell lernen und diese werden dann schnell ersetzt. Zur Veränderung durch 3D-Fertigung, gibt es bald einen neuen Artikel. 

 

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